Giacomo Puccini
Madama Butterfly

Staatstheater Meiningen

Premiere: 12. April 2024

Musikalische Leitung Chin-Chao Lin
Inszenierung Hendrik Müller
Bühne Marc Weeger
Kostüme Katharina Heistinger
Dramaturgie Kathrin Liebhäuser
Cio-Cio-San Deniz Yetim
Suzuki Tamta Tarielashvili
B. F. Pinkerton Nenad Cica / Alex Kim
Sharpless Johannes Mooser
Goro Tobias Glagau
Kate Pinkerton Sara Maria Saalmann
Lo Zio Bonzo Selcuk Hakan Tirasoglu
Il Principe Yamadori Leo Weiche
Commissario Imperiale Tomasz Wija
Yakusidé Raphael Hering
La Madre Julie Mooser
La Zia Heejoo Kwon
La Cugina Dorothea Böhm
Kind Romeo Latka / Richard Köllner
Stimme Anja Lenßen

weitere Vorstellungen: 14. April, 17. und 26. Mai sowie 8. und 15. Juni 2024

Tragedia giapponese in drei Akten
Text von Giuseppe Giacosa und Luigi Illica

Unüberhörbar handelt es sich bei diesem Werk um eine Liebesgeschichte, wenn auch um eine denkbar abgründige: Puccinis Musik erzählt mit viel Empathie von der Liebeskatastrophe Cio-Cio Sans, die sich bis zur Selbstaufgabe in die Idee eines neuen Lebens mit dem ihr völlig fremden Amerikaner Pinkerton hineinsteigert. Das Psychogramm der Titelheldin ist es auch, das Regisseur Hendrik Müller am meisten interessiert: „Kolonialismus, Sexismus, Rassismus – diese heute sehr aktuellen Themen klingen alle in ‚Madama Butterfly‘ an. Puccini ging es aber nicht vorrangig um eine authentische Darstellung Japans oder um Kritik am westlichen Kolonialismus. Die Wucht des Stückes besteht in der obsessiven Liebe Cio-Cio Sans, die vor einem großen exotischen Fantasietableau musikalisch bis ins kleinste Detail inszeniert wird. Für uns ist Cio-Cio-San kein Opfer, sondern eine starke, leidenschaftliche Frau, die ihre Besessenheit, ihren Traum bis in den Tod hinein verteidigt.“

Von Beginn an wird das Publikum in Cio-Cio-Sans Universum hineingezogen, in ein zeitloses, nicht verortetes Setting. Ganz im Sinne des Farbenreichtums der Partitur vermeiden sowohl das Bühnenbild von Marc Weeger als auch die Kostüme von Katharina Heistinger jeden Historismus oder Realismus, sondern setzen auf Fantasie, surrealistische Elemente und opulente Farbigkeit, sowohl auf der japanischen als auch auf der amerikanischen Seite. Hoher Schauwert ist also garantiert in dieser Neuinszenierung von Puccinis Opernklassiker: ein psychologisches Kammerspiel mit großen Emotionen, großen Stimmen und großen Bildern, das gerade in der Überzeichnung nach Wahrhaftigkeit sucht.

Aktuelle Arbeiten Fundus