Giuseppe Verdi
Macbeth

Theater Osnabrück

Premiere: 24. Januar 2026

Musikalische Leitung Christopher Lichtenstein
Inszenierung Hendrik Müller
Bühne und Kostüme Marc Weeger
Dramaturgie Juliane Piontek
Macbeth Theo Magongoma
Lady Macbeth Susann Vent-Wunderlich
Banquo Dominic Barberi
Macduff Jihoon Park
Malcolm Florian Wugk
Seyton Jan-Friedrich Eggers
Kammerfrau der Lady Susanna Edelmann
mit den Stimmen von Sascha Maria Icks
Hans-Christian Hegewald
Ronald Funke

Ein Abend, der lange nachwirkt: „Macbeth“ in Osnabrück
Mit Giuseppe Verdis „Macbeth“ zeigt das Theater Osnabrück einen Opernabend, der weder auf Distanz noch auf Behaglichkeit aus ist. Diese Aufführung drängt sich auf, sie umstellt ihr Publikum, sie lässt keinen Zweifel daran, dass Macht hier als kollektiver Zustand verhandelt wird. Als ein System, das viele Körper braucht und viele verschlingt.
Regisseur Hendrik Müller nutzt dafür die Bühne mit großer Entschlossenheit: Fast immer ist sie bevölkert, fast immer herrscht Bewegung, Unruhe, Bedrohung. Das ist markerschütternd, gelegentlich überwältigend, und doch erstaunlich kontrolliert, gerade in den intimen Szenen zwischen Macbeth und Lady Macbeth, in denen Müller den Blick verengt und die Brutalität psychologisch zuspitzt. Dass diese Welt blutrünstig ist, wird nicht behauptet, sondern gezeigt – unmissverständlich, ohne dekorativen Abstand.
Marc Weegers Bühnenbild trägt diese Wucht mit Lust an der Überfülle. Die große, dreidimensionale Konstruktion wirkt wie ein begehbares Machtgefüge, ein Raum, der sich nicht beruhigt, sondern ständig neue Perspektiven öffnet. In Kombination mit den Videoprojektionen entstehen Tableaus von fast barocker Opulenz. Die Kostüme, ebenfalls von Weeger, fügen sich nahtlos ein: hochwertig, detailreich, historisch grundiert und zugleich durch moderne Boots bewusst gebrochen. Diese Mischung erdet die Figuren im Heute, ohne ihnen den archaischen Ernst zu nehmen. [...]
Dieser Osnabrücker „Macbeth“ ist ein Abend, der lange nachwirkt, weil er konsequent bleibt – in der musikalischen Gestaltung, in der Bildsprache und in der Ernsthaftigkeit, mit der er seine Figuren behandelt. Er zeigt eine Welt, in der Gewalt kein Ausnahmezustand ist, sondern Methode. Und er zeigt das mit einer künstlerischen Entschiedenheit, die man so schnell nicht vergisst.
[Dominik Lapp - kulturfeder.de, 8. Februar 2026]

Marc Weeger hat für das Verdi-Kammerspiel verschachtelte, in ihrer Funktion mitunter rätselhafte Räume gebaut, die mittels Drehbühne in ständiger Bewegung sind. Das Personal ist überall und nirgends, die opulenten Kostüme - ebenfalls von Weeger - sind historisch inspiriert, gebrochen mit heutigen Elementen. Der Regisseur Hendrik Müller hält das Geschehen in ständiger Bewegung und schafft prachtvolle Tableaus und intensive Dialoge zwischen Macbeth und der Lady. [...] Eine schlüssige Produktion auf musikalisch höchstem Niveau, vom Publikum stürmisch gefeiert.
[Regine Müller - Opernwelt, 05/2026]

Erst nach minutenlangen stehenden Ovationen entließ das begeisterte Publikum im fast ausverkaufen Theater am Domhof Ensemble und Orchester. [...] Eine Oper voller Intrigen, Machthunger, Wut, Verzweiflung, vielen Toten (und viel Kunstblut), die bis zum letzten Ton fesselt und begeistert. Wer noch kein Opernfan ist, wird hier einer.
[Kerstin Broszat - Osnabrücker Rundschau, 27. Januar 2026]

Die raffinierten Lichteffekte werfen bedrohliche Schatten bis in den Zuschauerraum hinein, von wo aus man den fatalen Sog beobachten kann, in den sich die beiden Hauptakteure begeben. Bühnenbildner Marc Weeger hat auf der Bühne mehrere Räume angelegt: vom Schilf bestandenen Moor, über den rot beleuchteten Thronsaal, in dem die Krone, das Objekt der Begierde also, regelmäßig inszeniert, in dem aber ebenso regelmäßig gemordet und gemeuchelt wird, bis hin zu zwei engen Räumen, in denen fast kammerspielartig die verschwörerischen Dialoge zwischen Macbeth und seiner Lady stattfinden. So schafft Hendrik Müller, eigentlich Operndirektor am schleswig-holsteinischen Landestheater in Flensburg, szenische Abwechslung, paart die mit gelungener Personenführung und kreiert so spannende zweieinhalb Stunden Musiktheater um die Geschichte des Paares, das alles um sich herum und damit auch sich selbst vernichtet.
[Jochen Rüth - Der Opernfreund, 8. Februar 2026]

Am Theater Osnabrück gibt es kein Entrinnen aus der Gewalt - Neuinszenierung von Verdis „Macbeth“ begeistert das Publikum
Mit einer Neuinszenierung von Verdis „Macbeth“ zeigt das Theater Osnabrück eine Welt ohne Distanz und Behaglichkeit. Vom ersten Moment an herrscht eine unmittelbare, bedrängende Atmosphäre, die das Publikum nicht beobachtend am Rand stehen lässt, sondern hineinzieht in ein System, das auf Gewalt gebaut ist. Diese Gewalt erscheint nicht als Ausbruch, sondern als Methode, als Normalzustand. Macht wird hier nicht als Eigenschaft eines Einzelnen erzählt, sondern als kollektiver Zustand. Sie ist ein Gefüge, das viele braucht und viele zerstört. Wer sich in diesem System bewegt, ist zugleich Täter und Getriebener. Genau daraus bezieht der Abend seine beklemmende Aktualität.
Regisseur Hendrik Müller hält die Bühne permanent in Bewegung. Kaum eine Szene kennt Stillstand, Chor und Solisten sind Teil eines dauernd belebten Raums, in dem Unruhe und Bedrohung pulsieren. Diese Rastlosigkeit steigert die intensive, stellenweise überwältigende Wirkung des Abends. Zugleich beweist die Regie in den intimen Momenten zwischen Macbeth und Lady Macbeth große Kontrolle. Hier verdichtet sich das Geschehen, die äußere Dynamik weicht einer konzentrierten Innenspannung. Gerade im Kontrast zwischen öffentlicher Brutalität und privater Zerrissenheit entfaltet die Inszenierung ihre stärkste Kraft. [...]
So entsteht ein nachhaltig wirkender Opernabend, der in Musik, Bildsprache und Figurenzeichnung konsequent bleibt. Diese „Macbeth“-Deutung zeigt eine Welt, in der Gewalt nicht Ausnahme, sondern Regel ist – und trifft damit ins Mark. Und am Ende? Stehende Ovationen eines begeisterten Publikums.
[Dominik Lapp - Hasepost, 11. Februar 2026]

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